101 – Catull (57 v. Chr.)

Viele der Länder und viele der Meere nun hab ich durchfahren,

Ziel meiner Reise ist dies, Bruder: der traurige Kult,

Dass ich dich zuallerletzt mit der Totengabe beschenke

Und, wie vergeblich es sei, stummtaube Asche ansprech,

Da das Schicksal denn nun dein wahres Ich mir entrissen,

ach, armer Bruder, wie bist du mir doch schmachvoll geraubt!

Einstweilen aber nun dies, was nach alter Sitte der Väter

Uns überlassen bleibt, trauriges Totengeschenk,

Nimm du es an, ganz feucht ist es schon von den Tränen des Bruders,

Und in Ewigkeit sei gegrüßt und leb wohl, mein Bruder.


Carried through many nations and over many seas,

I arrive, brother, for these wretched funeral rites

so that I might present you with the last tribute of death

and speak in vain to silent ash,

since Fortune has carried you, yourself, away from me.

Alas, poor brother, unfairly taken away from me,

ow in the meantime, nevertheless, these things which in the ancient custom of ancestors

are handed over as a sad tribute to the rites

receive, dripping much with brotherly weeping.

And forever, brother, hail and farewell.


Multas per gentes et multa per aequora vectus

advenio has miseras, frater, ad inferias,

ut te postremo donarem munere mortis

et mutam nequiquam alloquerer cinerem.

quandoquidem fortuna mihi tete abstulit ipsum.

heu miser indigne frater adempte mihi,

nunc tamen interea haec, prisco quae more parentum

tradita sunt tristi munere ad inferias,

accipe fraterno multum manantia fletu,

atque in perpetuum, frater, ave atque vale.

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