Childhood is the Kingdom Where Nobody Dies – Edna St. Vincent Millay (1937)

Childhood is not from birth to a certain age and at a certain age

The child is grown, and puts away childish things.
Childhood is the kingdom where nobody dies.

Nobody that matters, that is. Distant relatives of course
Die, whom one never has seen or has seen for an hour,
And they gave one candy in a pink-and-green stripéd bag, or a
jack-knife,
And went away, and cannot really be said to have lived at all.

And cats die. They lie on the floor and lash their tails,
And their reticent fur is suddenly all in motion
With fleas that one never knew were there,
Polished and brown, knowing all there is to know,
Trekking off into the living world.
You fetch a shoe-box, but it’s much too small, because she won’t
curl up now:
So you find a bigger box, and bury her in the yard, and weep.
But you do not wake up a month from then, two months
A year from then, two years, in the middle of the night
And weep, with your knuckles in your mouth, and say Oh, God!
Oh, God!
Childhood is the kingdom where nobody dies that matters,
—mothers and fathers don’t die.

And if you have said, „For heaven’s sake, must you always be
kissing a person?“
Or, „I do wish to gracious you’d stop tapping on the window with
your thimble!“
Tomorrow, or even the day after tomorrow if you’re busy having
fun,
Is plenty of time to say, „I’m sorry, mother.“

To be grown up is to sit at the table with people who have died,
who neither listen nor speak;
Who do not drink their tea, though they always said
Tea was such a comfort.

Run down into the cellar and bring up the last jar of raspberries;
they are not tempted.
Flatter them, ask them what was it they said exactly
That time, to the bishop, or to the overseer, or to Mrs. Mason;
They are not taken in.
Shout at them, get red in the face, rise,
Drag them up out of their chairs by their stiff shoulders and shake
them and yell at them;
They are not startled, they are not even embarrassed; they slide
back into their chairs.

Your tea is cold now.
You drink it standing up,
And leave the house.


Kindheit ist das Reich darin niemand dir stirbt

Kindheit ist nicht von Geburt bis dann und dann, und dann und dann
Ist das Kind groß und räumt Kindliches weg.
Kindheit ist das Reich darin niemand dir stirbt.

Das heißt, niemand der zählt; ferne Verwandte sterben,
Natürlich, die man nie gesehen hat, oder nur für eine Stunde,
Und sie gaben einem Bonbons in rosa-grün gestreiften Tüten oder Taschenmesser
Und gingen weg, und hatten eigentlich überhaupt nicht gelebt.

Und Katzen sterben. Sie liegen auf dem Boden und peitschen mit ihren Schwänze,
Und ihr stilles Fell ist auf einmal in wildbewegt
Mit Flöhen, von denen keiner was wusste,
Glänzend und braun, wissend alles was wissbar ist,
Wandern weg in die lebendige Welt.
Du holst einen Schuhkarton, aber der ist viel zu klein, weil sie sich nicht mehr einrollt:
Also suchst du eine größere, und begräbst sie im Hof und weinst.

Aber du wachst nicht auf, einen Monat später, zwei Monate,
Ein Jahr später, zwei Jahre, mitten in der Nacht,
Und weinst, Deine Faust im Mund, und sagst: Oh Gott! Oh Gott!
Kindheit ist das Reich in dem niemand stirbt der zählt: Mütter und Väter sterben nicht.

Und wenn du gesagt hast, »Um Himmels willen, musst du einen dauernd abküssen?«
Oder, »Ich wünschte du würdest aufhören mit deinem Fingerhut ans Fenster zu klopfen!«
Morgen, oder sogar übermorgen, falls du zu beschäftigt bist, Spaß zu haben,
Ist immer noch Zeit zu sagen, »Tut mir leid, Mutter«.

Erwachsen sein, ist mit Leuten am Tisch zu sitzen, die gestorben sind, die weder zuhören noch sprechen.
Die ihren Tee nicht trinken, obwohl sie immer gesagt haben:
Tee ist so beruhigend.

Lauf runter in den Keller und hol den letzten Topf Himbeeren rauf, sie kriegen keinen Appetit.
Mach ihnen Komplimente, frag sie, was sie genau gesagt haben,
Damals, zum Bischof oder zum Schulrat oder zu Frau Steinmetz;
Sie fallen nicht darauf rein.

Schrei sie an, bis Du knallrot wirst, steh auf,
Reiße sie von den Stühlen an ihren steifen Schultern und schüttle sie und brülle sie an;
Sie sind nicht erschrocken, sie werden nicht einmal verlegen; sie gleiten in ihre Stühle zurück.

Dein Tee ist jetzt kalt.
Du trinkst ihn im Stehen,
Und verlässt das Haus.

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